Knäste töten – Ferhat Mayouf wurde vom Knast Moabit ermordet


Demonstration am Sa. 29.08.2020 – U9-Turmstr. 19 Uhr

Rassismus tötet!

Am 23. 07.20 wurde Ferhat Mayouf durch den Knast Moabit ermordet. Er kam
aus Algerien, war 38 Jahre alt, saß im Untersuchungsknast und war nicht
weiß. Am 23.07 brannte es in seiner Zelle. Obwohl Schliesser*innen
während des Brandes vor seiner Zelle standen und er fünf Minuten lang
„Hilfe“ und „Feuer“ schrie, öffneten sie die Zelle nicht. Jetzt sprechen
sie von Suizid.

Es war Mord!

Der Brand wurde von Gefangenen als auch Schliesser*innen frühzeitig
wahrgenommen. Aber anstatt die Zellentür sofort zu öffnen, „berieten
sich die Beamten über fünf Minuten lang vor seiner Zelle, wie man nun
taktisch vorgehen müsse“, so ein Gefangener aus Moabit.
Dieser berichtete ebenfalls, dass Ferhat in seiner Haftzeit von
Wärter*innen verprügelt worden ist. Auch der Bruder von Ferhat spricht
von „Folterungen im Knast, z.B. durch Tritte“.

Knäste maskieren Morde als angeblichen „Suizid“

Morde wie der an Ferhat Mayouf sind keine Einzelfälle. Immer wieder
sterben Gefangene, vor allem People of Color und Schwarze Menschen in
den Knästen. Anschließend wird meist reflexartig von Suizid gesprochen
und die Verantwortung des Knastes zurückgewiesen. So auch in Ferhats Fall.

Rassismus, rassistische Polizei- und Justizgewalt und Unterdrückung sind
keine Phänomene, welche ausschließlich vor den Knasttoren zu finden
sind, im Gegenteil. In Knästen sind die Verhältnisse im Vergleich zu
draußen sogar verschärfter. Nicht nur rassistische Justizangestellte
sind Teil des „Normalzustandes“ im Knast. Das Knastsystem befördert
durch seine gesamte Struktur Rassismus, Klassismus, Ausbeutung und
Unterdrückung.

Ferhat wurde im Knast gefoltert, war den generellen Gewaltmechanismen
ausgesetzt und nicht weiß – was seine Haftbedingungen unter
rassistischen Justizangestellten zusätzlich erschwerte. Während seine
Zelle brannte und er um Hilfe schrie, unternahmen die Schliesser*innen
nichts. Unter diesen Umständen von Suizid zu sprechen, ist einfach nur
widerlich.

Es gibt keinen Selbstmord im Knast!

Knäste isolieren die Menschen von der Gesellschaft, sie machen die
Gefangenen regelrecht kaputt, sie foltern und töten. Unter
Knastumständen kann niemals von sogenannten Selbstmord die Rede sein.
Ferhat wurde zusätzlich Hilfe verwehrt, obwohl er danach schrie.

Diese Umstände dürfen weder verschwiegen, noch vergessen werden.
Deswegen werden wir am 29.08.20 auf die Straßen gehen, um dagegen zu
demonstrieren, Ferhat Mayouf und allen anderen Ermordeten zu gedenken
und uns an die Seite all jener zu stellen, die gefangen gehalten werden.

Kommt um 19:00 Uhr zum U-Bahnhof Turmstraße, Ausgang Turmstraße!

Lasst uns gemeinsam zum Knast Moabit laufen und unserer Wut Ausdruck
verleihen!

Für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Knäste!